Schon mal merken: Nächste Technik-Tour am 03.10.2016 um 11, 13 und 15 Uhr

Bericht von einer Technik-Tour

Kein ruhiger Posten: Schwimmmeister Frank Happel (rechts) erklärt den Besuchern der Technik-Tour seinen Arbeitsplatz im Freizeitbad „Panoramablick“.

Kein ruhiger Posten: Schwimmmeister Frank Happel (rechts) erklärt den Besuchern der Technik-Tour seinen Arbeitsplatz im Freizeitbad „Panoramablick“.

DIN 19643, Redox-Potenzial und Kraft-Wärme-Kopplung sind für die Besucher der Technik-Tour fortan kein Fremdwort mehr. Bei einem Rundgang durch das Freizeitbad „Panoramablick“ erlebten 14 Besucher, wieviel Aufwand für ein unbeschwertes Badevergnügen nötig ist.
Mit anderen Augen sehen die großen und kleinen Gäste nun auch das Außenbecken, das im Winter eine Attraktion darstellt. „Wenn sie hier im warmen Wasser liegen und dem Skibetrieb in Hirzenhain zuschauen, können Sie das ohne Reue tun“, sagte Götz Konrad als Vorsteher im Zweckverband „Mittelpunktschwimmbad Dietzhölztal“. Das Geheimnis: Das Wasser wird abgelassen in einen Thermo-Behälter, wo es über Nacht gerade einmal ein Grad Temperatur verliert und diese Einrichtung auch in Sachen Energie sehr sparsam ist.
Hans-Jürgen Müller, als früherer Bademeister besser bekannt unter dem Spitznamen „Wastel“, war selbst erstaunt, was sich in der Zwischenzeit an seinem früheren Arbeitsplatz getan hat. So sind die neuen Pumpen mit Frequenzumformern ausgestattet, dass ein stufenloses und sparsames Laufen ermöglicht. Auch die neue Mess-, Steuer- und Regeltechnik war für ihn ebenso neu wie für die Gäste.
Frank Happel als neuer Schwimmmeister gefiel nicht nur seinem Vorgänger, sondern konnte auch den Laien die Arbeit im Schwimmbad prima erklären. Und bei so manchen Tricks, die die Mannschaft selbst „erfunden“ hatte, ergänzten sich die beiden Berufs-Kollegen bestens: Etwa beim ausgedienten Öltank, der heute ein großer Wärmetauscher ist. Hier war der 50.000 Liter Heizöl fassende Tank überflüssig, als auf Erdgas umgestellt und das erste Blockheizkraftwerk in der Gemeinde in Betrieb genommen wurde. Der Tank wurde neu ausgekleidet und mit einem Rohrleitungssystem versehen. Heute fließt hier das warme Wasser zusammen, das im großen Becken über den Rand schwappt, und erwärmt das kalte Trinkwasser, das zur Nachspeisung aus dem Netz gezogen wird. Und bevor das an sich saubere Abwasser in den Kanal geht, wird daraus erst noch die Toiletten-Spülung gespeist.
„Effizient wie nur was“, sagte Verbandsvorsteher Konrad. Auch beim Blockheizkraftwerk, das passgenau Wärme und Strom liefert, konnten die Schwimmbad-Betreiber die moderne Technik erklären. Das muss auch so effizient laufen, verriet Schwimmmeister Happel bei der Wassermenge, die hier täglich im Umlauf ist: Die vier Becken haben zusammen ein Fassungsvermögen von 800.000 Litern. Und in der Wasseraufbereitung wird das Wasser fünf Mal täglich gereinigt.
„Auch sonst sieht man hier, wie groß Sauberkeit geschrieben wird“, lobte ein Gast aus Breidenbach.

Viele schlaue Erfindungen: Der frühere Mitarbeiter Hans-Jürgen „Wastel“ Müller staunte nicht schlecht, was sich in der Zwischenzeit im Schwimmbad alles getan hat – konnte aber aus eigenem Erleben so manches „Betriebsgeheimnis“ erklären, das heute Energie sparen hilft.

Viele schlaue Erfindungen: Der frühere Mitarbeiter Hans-Jürgen „Wastel“ Müller staunte nicht schlecht, was sich in der Zwischenzeit im Schwimmbad alles getan hat – konnte aber aus eigenem Erleben so manches „Betriebsgeheimnis“ erklären, das heute Energie sparen hilft.


 

Und wie so eine Technik-Tour in bewegten Bildern ausschaut, zeigt hier ein Video von mittelhessen.de